So, tut mir Leid, aber irgendwie war es ja auch klar, dass ich mich kaum melden würde - leider kenne ich da schon die eigene (Un)Zuverlässigkeit, aber es liegt auch daran, dass Mexiko ja nichts Neues für mich darstellt und ich hier ja auch keine großen Abenteuer durchlebe, sondern versuche, so normal wie möglich zu leben, was heißt, dass es kaum berichtenswertes zu erzählen gibt.
Die Regenzeit scheint sich dem Ende zuzuneigen, die Sonne scheint wieder etwas mehr, vorher konnte man fast seine Uhr nach dem Regen stellen, denn es ging meist spätestens um 16 Uhr los mit dem Regen - und das so gut wie jeden Tag.
Was gibt es also neues zu berichten? Wir sind doch nicht in den Sportclub mit Tennis und Pool und so eingetreten, weil die Mitgliedschaft nochmal viiieeel teurer als gedacht ist (etwa 90 Euro im Monat). Das ist selbst uns, als "reiches Volk" zu viel, weil der Preis sicherlich nur zum Aussieben der Leute gedacht ist und nicht dem entspricht, was man dort zurückbekommt. Jedenfalls nicht auf mexikanischem Preis-Leistungs-Niveau. Sind jetzt in einem Fitness-Studio mit Geräten, Squash, Kursen, Spinning-Rädern (allerdings sind viele kaputt ^^) und Boxsäcken :). Ich gehe nur wegen der Kurse hin und demnächst wollen wir mal Squash ausprobieren. Kostet auch nur etwa 13€ im Monat, das ist etwas angenehmer als der teure Sport-Club :). Inzwischen weiß ich mehr über die Club- und Bar-Situation hier :). Es gibt, soweit ich das mitbekommen habe, 2 Bars, die ganz schön sind (die wir auch in Berlin mögen würden) und einen Club, den scheinbar alle toll finden, aber den Julio und ich nicht mögen (klein, voll, nur sehr sehr sehr junge Leute und halt typisch mexikanische Musik ^^). Comitan hat also diesbezüglich nicht so viel zu bieten, was schon eine Umstellung ist :). Julios Cousin ist dabei, einen Club zu eröffnen (der scheint auch nicht besser zu werden als der, den es schon gibt), aber lässt sich dabei auch reichlich Zeit :).
Ich frage mich, ob irgendwann alle daran gewöhnt sein werden, mich zu sehen. Comitan hat laut dem Lonely Planet nur 83.000 Einwohner, laut Wikipedia 122.000 (wobei sich das wahrscheinlich auf die Umgebung außerhalb der Stadtgrenzen bezieht). Das heißt, so viele Leute gibt es hier nun nicht, die sich an den Anblich, einer Blonden auf der Straße und überall sonst gewöhnen müssen. Ich werde halt hier für eine andere Spezies gehalten, man siezt mich, obwohl ich das Du anbiete, man hört auf, miteinander zu reden, wenn ich an einer Gruppe vorbeigehe, Männer grinsen mich total bescheuert an, wenn ich irgendwo reinkomme oder pfeifen mir nach - das sogar letztens, obwohl Julio gerade neben mir ging, was ihn ziemlich aufgeregt hat. Hier kennen sie keine Touristen, hier kommen keine Austauschstudenten oder Praktikanten her, hier ziehen keine Asiaten, Araber oder Afrikaner her um ein besseres Leben zu haben (^^), deswegen ist Comitan sicherlich keine Dauerlösung, aber ich denke, irgendwann wird man sich an meinen Anblick ein bisschen gewöhnt haben. In der Zwischenzeit versuche ich, mich ein bisschen locker zu machen und das ganze auf die leichte Schulter zu nehmen.
Caros Cousine plus Freund kommen nächstes Wochenende höchstwahrscheinlich her :). Die ersten Gäste in unserer Wohnung, bin schon total gespannt, was sie sagen und freue mich ungemein, auf DEUTSCHE :)!!!!! ok, deutsche gibt es wie sand am meer in san cristobal, aber leider die sorte deutsche, auf die ich gar keine lust habe (durchgeknallte hippies), deswegen wird das sicherlich TOTAL ANGENEHM :)!!!
die uni läuft ok, es ist alles sehr informativ und interessant und super strukturiert organisiert, sodass alles gerade kurz zuvor gelernte sofort praktisch angewendet oder zumindest von allen möglichen perspektiven und gesichtspunkten durchdacht und strukturiert wird. habe immer sehr viel zu lesen, sehr viele übersichten zu erarbeiten, musste letzte woche 2 direktoren interviewen und einen bericht über deren führungsstile und deren vergleich mit der bisherigen literatur schreiben. war die erste schriftliche wissenschaftliche arbeit, die ich hab schreiben müssen, julio hats durchgeguckt und nur ganz wenige kleine fehlerchen entdeckt, das erleichtert mich, denn das wissenschaftliche schreiben auf einer anderen sprache ist ja schon eine herausforderung :). wenn ich sehe, was meine kommilitonen für hausaufgaben abgeben, kommen mir die sachen auch nicht professioneller vor als meine, das tut auch gut zu sehen. die uni ist sehr übersichtlich, man findet alles, was man braucht sehr detailliert erklärt online, so zum beispiel eine 75-seitige erklärung, wie man am besten wissenschaftliche arbeiten verfasst (von der form bis hin zu inhaltlichen und strukturellen geschichten), sowas hatten wir an der FU nicht. es wird bei jeder aufgabe genaustens erklärt, wie relevant sie für die zukunft ist, wie viel gewicht sie bei der benotung hat und wie genau sie evaluiert wird. die texte bringen genau auf den punkt, was wir lernen müssen, gehen aufeinander ein, sind sehr detailliert, sehr aktuell und meist wird das gelesene dann angewendet.
jetzt hab ich viel über dieses system geschrieben, aber ich bin wirklich beeindruckt muss ich sagen und bin zuversichtlich, dass mir das studium vieles an wissen bringen wird :).
bald wollen wir auch patricia in puebla besuchen gehen, meine ehemalige mitbewohnerin, die nun dort ihre magisterarbeit schreibt, um bei ihrem dort kennen gelernten freund zu sein :). freu mich schon total darauf, julio muss nur noch fragen, ob er samstags frei kriegt, ansonsten muss ich halt alleine fahren. wir haben uns noch lange nicht satt, ich vermiss ihn sogar, wenn er gerade auf arbeit ist, deswegen wärs schön, zusammen fahren zu können :). es ist wirklich schön, endlich keinem ende entgegensehen zu müssen. kann das immernoch kaum fassen. ich hoffe, wir werden in zukunft alle entscheidungen so treffen können, dass wir auf jeden fall zusammen bleiben können. das wird priorität haben. kann mein glück immernoch kaum fassen, wenn ich daran denke, dass er bald von der arbeit in "UNSER GEMEINSAMES ZUHAUSE" kommen wird :)!!! krieg gar nicht genug von diesem gedanken :-D.
nun aber mal wieder an die arbeit :). tut mir leid, ich mache leider kaum fotos, weil ich ja erstmal die leute auf natürliche weise kennen lernen muss und mich so wenig wie möglich als touristin aufführen möchte. wenn veronika (caros cousine) und philipp (ihr freund) erstmal hier sind, mache ich hoffentlich mehr, die ich dann hier hochladen werde, versprochen (äääähm ^^).
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